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Zitty (11.10.16) von Annett Jaensch
http://www.zitty.de/traumlabor/

Traumlabor
Die Tanzperformance für Jugendliche ab 13 Jahren lockt mit surrealen ­Bildern die Imagination.Ein einsamer Lichtkegel tastet sich in der Dunkelheit vorwärts. Regte sich da nicht eine Gestalt am Boden? Und wer hängt dort wie eine Fledermaus in den Bühnenaufbauten? Wie auf einem alten Dachboden um Mitternacht beginnen die Fanta­sien zu galoppieren.

Aber keine Angst, allzu gespenstisch wird einem bei diesem atmosphärischen Auftakt nicht zumute. „Traumlabor“ versteht sich – so der Untertitel – als Einladung zu einem „Realitätscheck“. Temporeich begeben sich die drei Tänzer und zwei Tänzerinnen in ein Szenengeflecht, das dem Publikum immer wieder neue Stimmungen präsentiert.

Visueller Taktgeber dieses Trips in die Tiefen der Vorstellungskraft: das raffinierte Zusammenspiel von Video und Lichtdesign. Mal doppeln die Projektionen die Tänzerkörper, dann wieder übernimmt Abstraktion das dramaturgische Ruder. Die Choreografin Irina Demina und ihre Mitstreiter ließen sich unter anderem von E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ inspirieren. Kein Wunder also, dass viel Surreales die Arbeit färbt. So gehört das eigenwillige Solo einer Tänzerin mit riesenhaftem Kugelkopf genauso zum Trauminventar wie der Auftritt wundersam vergrößerter Augen.

Ein echtes Sehvergnügen, und das nicht nur für jugendliche Träumer. ANNETT JAENSCH

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https://purple-tanzfestival.de/blog/zwischen-wachen-und-schlafen/Zwischen Wachen und Schlafen
Zwischen Wachen und SchlafenTheater Strahl: "Traumlabor". Copyright: Susanne Gietl/Kulturschoxx

Theater Strahl: “Traumlabor”. Copyright: Susanne Gietl/Kulturschoxx
Datum 24. Januar 2017

Wie gestaltet man die Bühne, so dass die Performance wie ein Traum wirkt? Wann ist es ein Tagtraum, wann ein Nachtgedanke? „Traumlabor.*RealitätsCheck“ von Irina Demina interessiert sich für die Schnittstelle zwischen Traum und Wirklichkeit.

Traumtänzer und Traumtänzerinnen

Mit ausgebreiteten Armen und auf Zehenspitzen, als würde sie balancieren, bewegt sich eine Frau von der linken Seite der Bühne auf die rechte. Die Fläche, auf der sie sich bewegt, ist in grünes Licht getaucht. Am linken und rechten Rand der Bühne befindet sich jeweils ein Kasten aus Plexiglas. Später werden Menschen darin tanzen, durch den Kasten laufen oder sich darauf legen.

Auf den Stufen der Publikumstribüne stehen ein Mann und eine Frau dicht beieinander. Sie sind einander zugewandt. Sie droht immer wieder zu fallen, er hält sie sicher. Dann wechseln sie ihre Position, tauchen an einer anderen Stelle auf der Tribüne auf. Wieder droht sie zu fallen, wieder wird er ihren sanften Fall aufhalten. Als sie gemeinsam die Bühne erreichen, sinkt sie nieder.

Theater Strahl: "Traumlabor". Copyright: Susanne Gietl/Kulturschoxx

Auf der Suche nach der richtigen Traumsequenz

Die Bühne wird zum „Traumlabor“. Darin wandeln fünf Menschen durch die Nacht und wälzen sich wie im Schlaf. Je älter die Nacht, umso lauter werden die Geräusche des Alltags. Die Vögel zwitschern, die Motoren rauschen und der Tag erwacht mit ihnen. Die Bewegungen werden energetischer, teils brutal. Einmal fasst ein Tänzer eine Perfomerin an ihren Füßen und schleudert sie in die Luft. Sie dreht sich um ihre Achse und landet sicher auf dem Boden. Ein lautes Radiorauschen kündet die nächste Szene an. Statt eines Senders wird der nächste Traum gesucht.

Viele Drehungen und Hebefiguren geben dem Stück Leichtigkeit. Ein starkes Plus ist das Bühnenbild, das sich unzählige Male wandelt. Mal ist die Leinwand im Hintergrund in blaues Licht getaucht, dann wirkt sie, als würden weiße Monde durch sie hindurchscheinen oder Kugeln, die wie in der „unendlichen Geschichte“ Träume darstellen könnten. Immer wieder werden tanzende Menschen auf die Leinwand projiziert. Einmal vermischen sich menschliche Körper kaleidoskopartig zu einem Zerrbild und lösen sich später in einen getanzten Traum in Sepiafarben auf. Die elektronische Musik, oft geloopt und mit ein paar Tönen als wären Sie kleine Träume bereichert, gibt dem Traum Struktur.

Klare Träume vermischen sich mit der Realität

So manche Tagträume wie Fotomodel oder Baskettballprofi sind klar erkennbar. Die Gruppe, die sich viele Bewegungen durch Improvisation erarbeitete, ergänzt sich gut. Die Traumsequenzen wechseln mit der Realität, bis sich beide Ebenen auf virtuose Art und Weise vermischen. Einer der Performer bemerkte nach der Performance: „Es ist wichtig, den Moment zu genießen. Einfach nicht denken, nur tanzen.“

Die Nachbereitung

Nach der Performance zog Bjørn von Theater Strahl drei Träume aus der Wunschbox. „Der Traum nach einem schöneren Leben“ wurde nach kurzer Abstimmung von den Tänzern umgesetzt. Und da manche Träume so nah beeinander liegen, wurden die anderen beiden, der Wunsch nach einem neuen Leben und der Wunsch nach einem Fotoapparat, auch mitgetanzt. Danach war die Freude so groß, dass zwei Kinder spontan Michael Jacksons „Bad“ tanzten.

Kritik: Susanne Gietl

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Berliner Zeitung (Sept.2016)

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Berliner Morgenpost 18.08.2016
http://www.morgenpost.de/incoming/article208081337/Feintuning-im-Traumlabor-Interview-mit-Irina-Demina.html

Feintuning im Traumlabor – Interview mit Irina Demina

Irina Demina arbeitet als freie Tänzerin und Choreografin in Hamburg und Berlin. Sie inszeniert mit “Traumlabor. Ein Realitätscheck” ihre Abschlussarbeit im Masterstudiengang Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin.

“Ein Realitätscheck ist nicht zuverlässig. Dreams are my reality”. Wer überprüft, ob der Realitätscheck nicht bereits ein Traum ist oder nur in der Phantasie stattfindet?
Ich mag es, von einer Ebene in die andere zu switchen, von einer Welt in die nächste, Rollen zu tauschen, alleine und mit anderen. Davon zeugt unser Stück. Wir experimentieren darin mit Relationen zwischen Körperbewegung, Videobild, Wort, Kostüm und Raumgestaltung. Wir versuchen zu verstehen, wie Traumatmosphäre entsteht. Das ist ja keine Magie. Wir suchen den Schlüssel. Das ist Millimeterarbeit, Feintunig, so als wenn du einen Radiosender suchst.

Die Mitglieder des Ensembles stammen sechs Ländern, du selbst bist gebürtige Russin. Seid ihr sicher, dass ihr euch wahrhaftig versteht?
Tja, gemeinsam finden wir ein Vokabular, vermitteln, was man nicht aussprechen kann, übersetzen unsere Empfindungen in verschiedene Sprachen wie Bewegung, Sounds und virtuelle Bilder. Wir kreieren in unserer Tanzperformance Atmosphäre. Sind Träume international oder kulturell beeinflusst? Jeder Traum ist auch eine genetische Reise zu sich selbst. Im Traum kann ich mich in alles verwandeln.

Erzählt ihr in Traumlabor *ein RealitätsCheck* eine Geschichte mit Anfang und Ende?Natürlich erzählen wir, aber in der Bewegungssprache, nicht diskursiv, auch wenn wir unserer Arbeit viele spannende Texte zugrunde legen, wie z.B. E.T.A. Hoffmans “Sandmann”. Als Choreografin spreche ich von Herz zu Herz, von Körper zu Körper. Das ist für viele ungewohnt, denn wir sind sprachgeprägt. Beim Tanz musst du als Zuschauer/-in mitmachen, da kannst du deine Assoziationskräfte üben. Tanz an sich sei nicht kreativ, sagt die amerikanische Choreografin Deborah Hay – das Publikum liefert die Kreativität. Eine Herausforderung.

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http://theoryandpractice.ru/posts/9950-pismo-132-berlin

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http://www.tanznetz.de/blog/26601/auf-den-spuren-des-autors

Auf den Spuren des Autors
Irina Deminas “Accumulalalation” in Hamburg

Veröffentlicht am 16.09.2014, Autor Gastautor

Von Katya Statkus

Nach der Performance von Irina Demina würde man gerne sagen: auf der Tanzkarte von Hamburg ist ein neuer Ort erstanden. Und zwar der Klub „Golem“, gegenüber dem alten Fischmarkt. Konnte man sich vorher schwer vorstellen, dass dieser Ort perfekt für eine Konzepttanzaufführung passen würde, ist das jetzt möglich -dank der Offenheit des Programmdirektors und dem Mut der Choreografin.

In einem kleinen Raum sitzen die Zuschauer in unmittelbarer Nähe der Performerin, direkt dahinter ist schon die Bar. Irina Demina bittet das Publikum, zwei Sätze aus dem Programmheft zu lesen: Zitate über die Abwesenheit einer Bewegungsschrift und über die Remix-Kultur, in der wir alle heutzutage leben. Dieses Lesen schafft erste Konzentration im Raum, die auch bis zum Ende der Performance zu spüren sein wird.

Danach tanzt Demina eine Sequenz aus dem Stück „Astral convertible“ von Trisha Brown und erzählt dabei die Geschichten ihrer eigenen Tanzausbildung. Sie hat mehrere Tanztechniken gelernt, die Besonderheiten ihres Körpers (sie ist laut Standards sechs Zentimeter zu klein und ihre Beine sind 0,8% zu kurz) verhinderten jedoch ihre Kariere im Jazz-Tanz und klassischen Ballett. Die Sequenz, die sie tanzt, lernte sie bei einem Workshop von Britta Lieberknecht. Und Britta Lieberknecht wiederum lernte die Bewegungen von Sandra Grinberg, Tänzerin der Trisha Brown Company. All dies wird hier nicht wegen des Namedroppings erzählt, sondern weil es zum Hauptthema der Performance führen soll: dem Verhältnis zwischen Urheberrecht und dem Kopieren als untrennbaren Bestandteil des Tanzes.

Kopieren ist während der tänzerischen Ausbildung erlaubt und sogar gewünscht, in der Praxis wird es dann viel schwieriger. Wenn man sich als Choreograf mit den Choreografien von anderen beschäftigt, bewegt man sich in einer rechtlichen Grauzone. Irina Demina zeigt dieses Verhältnis mit Hilfe eines Paradoxes auf: „Ich interpretiere das berühmte Stück „Accumulation“ von Trisha Brown, ohne sie jemals live oder auf dem Video gesehen zu haben. Ich lese nur Beschreibungen dieses Stückes und umgehe damit eine potentielle Urheberrechtsverletzung“. Aus dem Lesen entwickelt Demina ihre Bewegungen, die später aus „Sicherheitsgründen“ noch mehrmals durch die Sprache transformiert werden: sie werden gefilmt und wieder beschrieben, getanzt von einer anderen Tänzerin, und wieder gefilmt. So, dass sich die Frage „Wer ist hier der Autor?“ nicht mehr klar stellen läßt.

Nach all diesen Transformationen der Bewegungen kommt vielleicht eins der stärksten Bilder dieses Abends. Hinter Irinas Rücken können nun die Zuschauer auf einem Video sehen, wie Trisha Brown „Accumulation“ tanzt. Und dieser Moment macht leicht nostalgisch: man spürt, dass die beiläufige Intonation, mit der Trisha Brown ihre Bewegungen ausführt, heutzutage nicht mehr existiert. Aber wenn man in der nächsten Szene sieht, wie der Großteil der Zuschauer ohne Hemmungen ihre eigenen Versionen von „Accumulation“ tanzen, wird man einmal mehr optimistisch. Vielleicht ist der größte Verdienst unserer Zeit genau das – dass der Tanz offen reflektiert wird und dass das Publikum selbst Teil dieser Reflektion und des Tanzes wird.

http://www.tanznetz.de/blog/26601/auf-den-spuren-des-autors
© 2014 Tanznetz.de

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Hamburger Abendblatt 03.09.14

DAS BESTE IN HAMBURG
Talk-Tanz-Show

Golem . In ihrer Talk-Tanz-Show “Accumulalalation” will die Tänzerin und Choreografin Irina Demina das choreografische Remake zum Thema machen. Sie bezieht sich auf die US-Choreografin Trisha Brown und geht der Frage nach, wie man eine Choreografie interpretiert, wenn darüber nur schriftliche Beschreibungen existieren. Heute, 20.30 Uhr, führt sie ihre Tanz-Performance im Golem (Große Elbstraße 14) auf. Eintritt frei.

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article131854683/Talk-Tanz-Show.html

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http://www.ndr.de/kultur/sommerfestival229.html

Xavier Le Roy: Bewegte Biografie

von Katja Weise

Am Anfang steht ein Widerspruch. Tanz ist etwas flüchtiges, dessen Schönheit vielleicht genau darin besteht, dass man sie nicht festhalten kann. Wie also kann das zusammengehen: Tanz und Museum? Ganz einfach: Über die Tänzer. Sie locken die Besucher in einen nackten, weißen Raum, ganz am Ende der Maria LassnigAusstellung. Nichts hängt hier an den Wänden, deshalb gleitet der Blick zunächst nur zögerlich hinein – doch dann tauchen Menschen auf, begrüßen den Neuankömmling

Xavier Le Roy in den Deichtorhallen

Eine gute halbe Stunde lang nimmt Irina Demina den Besucher mit auf eine Zeitreise durch ihr Leben, zwischendurch tanzt sie, zeigt, mit welcher Art von Tanz sie sich wann beschäftigt hat. Und erzählt, natürlich, von ihrer ersten Begegnung mit Xavier Le Roy.

Irina Dermina tanzt in den Deichtorhallen © NDR.de Fotograf: Jil Hesse

Die Tanzbiografie von Irina Dermina verschmilzt mit der Arbeit von Xavier Le Roy.

Eine ganz persönliche Retrospektive also, verbunden mit Ausschnitten aus Solochoreografien von Xavier Le Roy. Das sei eine große Herausforderung, sagt Demina: “Was auf der Bühne passiert, ist in der Regel ganz klar. Hier hingegen müssen wir uns mit dem Leben auseinandersetzen. Eine Person kommt rein, wir unterhalten uns. Natürlich gibt es Fixpunkte, die Struktur ist ganz klar. Trotzdem haben wir aber eine große Freiheit und mein Ziel ist es, den Zuschauer wirklich einzubeziehen.”

Die vierte Wand

Die Beziehung zwischen Zuschauer und Tänzer interessiert Xavier Le Roy seit Jahren, die sogenannte vierte Wand, die unsichtbare zum Zuschauerraum hin könne er auch mit dieser Arbeit nicht gänzlich zum Verschwinden bringen, sagt der Choreograf, aber er wolle zumindest damit experimentieren.

Retrospective by Xavier Le Roy © NDR.de Fotograf: Jil Hesse

Zeinna Hanna tanzt eine Figur aus Le Roys Arbeit “Self Unfinished”.

Kenner werden viele Ausschnitte aus seinen Solochoreografien wieder entdecken. Zum Beispiel aus “Self Unfinished” aus dem Jahr 1998: Mit einem Ruck zieht sich Zeinna Hanna, eine junge Tänzerin aus dem Libanon, die jetzt in Berlin lebt, das schwarze T-Shirt über den Kopf, setzt die Hände auf den Boden und verharrt minutenlang in dieser Position. Dann stellt sie die Füße an die Wand und bewegt sich kopfüber vorsichtig seitwärts. Wie damals Le Roy. Trotzdem habe er nicht das Gefühl, hier auf ein Lebenswerk zurückzublicken, meint der Choreograf. Für Le Roy stehen die persönlichen Retrospektiven der Tänzer im Mittelpunkt. Faszinierend sei daran, meint Deichtorhallenchef Dirk Luckow, dass diese ihr ganz persönliches Museum in sich tragen, schließlich habe ein jeder einen Vorrat an Bewegungen in sich konserviert.

Die bewegte Biografie

Zwar hatte Le Roy bei seiner Konzeption die Bilder von Maria Lassnig nicht vor Augen, er arbeitet für den leeren Ausstellungsraum, doch sind Verbindungen unübersehbar: Hier die Körper auf Leinwand, großformatig, in Farbe festgehalten, dort die in Bewegung. Im Mittelpunkt steht die bewegte Biografie. Und die passt gut auch ins Museum.

NDR Kultur
Sendedatum: 08.08.2013 19:00 Uhr

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“…..Parallel zu den Aufführungen auf Kampnagel gibt es eine weitere Zusammenarbeit mit den Hamburger Deichtorhallen, wo der Star-Choreograf Xavier Le Roy im Rahmen der wunderbaren Maria Lassnig-Schau eine großartige Retrospektive seiner Arbeiten von 1994 bis 2009 zeigt. Dabei interpretieren insgesamt neun Tänzer und Tänzerinnen mitten zwischen den Besuchern die Werke, indem sie einzelne Bewegungsabfolgen zeigen oder in den direkten Dialog mit den Gästen treten. Jeder eintretende Besucher wird persönlich involviert, indem er erst durch sein Erscheinen den tänzerischen Prozeß in Gang setzt. Während einige Tänzer im Modus der Starre verharren, wird durch Geräusche signalisiert, dass ein neuer Gast zu begrüßen ist. Dieser wird sprachlich und tänzerisch in das Geschehen eingeführt, wärend parallel dazu jeweils ein Tänzer/ Tänzerin ganz persönlich und authentisch von seiner eigenen tänzerischen Entwicklung und Erfahrung in Zusammenhang mit Xavier Le Roy retrospektiv berichtet und Bewegungsbeispiele zeigt. Hautnaher und spannender kann keine Tanz-Ausstellung sein. Unbedingt anschauen!!!! “

http://www.unser-luebeck.de/content/view/4763/307/

(Holger Kistenmacher
UNSER LÜBECK Kultur-Magazin, 12. August 2013)

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Au milieu des danseurs, entre sauts de biche et strip-tease

LE MONDE | 16.08.2013 à 11h13 • Mis à jour le 16.08.2013 à 12h30 | Par Emmanuelle Lequeux (Hambourg (Allemagne))

Affalé en pleine exposition ; allongé au sol, bras sous la tête ; position du lotus… “Installez-vous, faites comme chez vous !”, nous dit-on. On obéit. Ainsi commence la cérémonie, sous le très haut plafond d’acier industriel des Deichtorhallen de Hambourg, le grand centre d’art contemporain et de photographie de la ville. Les violents pastels de Maria Lassnig, vénérable peintre autrichienne, préparent au corps-à-corps qui attend plus loin, au fond de l’immense halle.

Murs blancs, sol nu, rien, si ce n’est quelques silhouettes, baskets et tee-shirts. En pleine conversation. Et soudain robots, ils produisent des bruits grinçants, mouvements saccadés de détecteurs de présence. S’enfuient en courant, reviennent à quatre pattes, lions taquins. Et se mettent à danser quand d’autres discutent.

“A LA FOIS OBJET ET SUJET”

A chaque nouvel arrivant, même rituel. On ne les connaît pas, mais très vite ils deviennent nos intimes. Sans pudeur, ils s’approchent, entament le dialogue, expliquent la raison de leur présence, à eux danseurs, dans la salle blanche d’un centre d’art : réaliser avec et pour le chorégraphe Xavier Leroy, une “rétrospective” de son œuvre. Vivant tous en Allemagne, chacun des neuf interprètes a choisi un ou des solos de l’artiste, conçus entre 1994 et 2009, pour les rejouer à sa guise, en fragments.

“Xavier a proposé à chacun de nous de faire sa propre “rétrospective”, en mêlant mouvement et parole de façon complémentaire, confie une jeune interprète, française. Nous alternons ses solos avec notre propre gestuelle, notre vie. A la fois objet et sujet. C’est beaucoup plus libérateur que la convention du théâtre : nous avons plus de retour avec les gens, et cela nous libère.” Regard doux sur l’interlocuteur, un fin barbu se lance. “Quand j’avais 19 ans, je n’avais aucune envie de devenir danseur, mais je travaillais dans un night-club, je travaillais beaucoup, et je dansais ma vie, se souvient-il. Et petit, j’étais raide fan de Michael Jackson. Tu veux que je te montre comment je l’imitais ?”

ALIÉNÉE EN LUTTE AVEC SA CAMISOLE

Tout juste le temps d’entamer son moonwalk, de nouveaux hôtes arrivent, il faut les accueillir. Automate, fuite, lion. Puis un mort au sol ; en même temps, un lent strip-tease en contorsion, une jeune Espagnole qui se fait toupie forcenée, aliénée en lutte avec sa camisole. Et toujours les conversations, plus ou moins décousues. Portées par ce sentiment si agréable : l’oubli de toute théâtralité, le partage entre anonymes d’un même espace et temps, d’un souffle et d’une respiration.

Adepte de cette danse expérimentale qui passionne les amateurs d’arts plastiques, portée par Jérome Bel ou Boris Charmatz, Xavier Leroy s’immisce dans le domaine de la performance en réalisant un petit exploit : rompre avec toute solennité.

Et rivaliser avec le grand manitou contemporain du genre : Tino Sehgal, Lion d’or à la Biennale de Venise cette année. Ce dernier a souvent stupéfait, voire bouleversé ; il commence à se répéter, à minauder et à lasser. Leroy, lui, montre peut-être ici une voie de secours. Certes, il lui emprunte certains tics, certains gestes. Mais il brise enfin ce mur de verre qui sépare encore trop souvent le public des pourtant si proches performeurs.

“JE VIENS DE VOUS FAIRE GISÈLE”

Ici, tout respire. On surprend un dialogue, question de chromosome ; un saut de biche, au coin de l’œil ; une jeune Russe, qui sautille sur pointes. “Je viens de vous faire Gisèle, le ballet classique… Je suis née l’année de Tchernobyl et de la mort de Tarkovski. Après des années d’études au Bolchoï, on m’a reproché mes jambes trop petites, mon cou trop long. J’aurais juste pu faire le cygne du dernier rang, au fond. Pas mieux. Alors quoi, pourquoi danser ?” On ne saura jamais ce qui l’a amenée là, en ces antipodes, car de nouveaux venus interrompent son récit.

http://www.lemonde.fr/culture/article/2013/08/16/au-milieu-des-danseurs-entre-dauts-de-biche-et-strip-tease_3462389_3246.html

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Szene Hamburg – April 2013

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“…Eine Arbeit, die begeisterte, war die von Ira Demina. In -0,57 Celsius bewies sie großes Tanz- und Bühnentalent. Sie zeigt, was ist bei Blut gefrierenden Temperaturen noch möglich ist und was passiert, wenn die Körperfunktionen allmählich aussetzen. Man sieht abgehackte Bewegungen, abtastendes Befühlen der Körperteile, mühsames Voranschieben der Beine, Röcheln, Husten, Haare Raufen, Einigeln und Tanzsequenzen, in deren Verlauf jede Muskelgruppe gesondert angesteuert wird. Wenn Demina zum Schluss mit einem Luftballon um den Hals auf die Bühne kommt, wird das wie ein Sinnbild für das Höhere, das sie am Leben erhalten hat, wenn auch seine “gewichtige” Wirkung nur eingebildet sein mochte.

 Birgit Schmalmack
(hamburgtheater.de)

 http://godot-hamburg.de/?p=360

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«Der Körper und die Bilder, die wir uns vom Körper machen, stehen auch im Fokus der Arbeiten anderer Tänzer. Ira Demina aus Moskau beispielsweise hat wie Alexandra Denk eine klassische Ballettausbildung genossen, besucht aber seit vorigem Jahr die Contemporary Dance School in Hamburg. Hier arbeitete sie mit verschiedenen Choreografen und präsentiert nun ihr Solo “- 0,57° Celsius”(19./20.7., 20 Uhr). Bei dieser Temperatur gefriert das menschliche Blut, das Gehirn hört auf zu funktionieren und der Schlaf wird zu Tod. Die Wirkung von äußerer und innerer Kälte auf Physis und Psyche untersucht die Tänzerin in ihrem Semesterprojekt an der Schule: eine Studie über Gefühlsleere.»

                         (Hamburger Abendblatt – 13.07.2011)

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1955197/Ohne-Pomp-und-Spitzenschuhe-in-die-Bude.html

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Experimentelle Kunst für den Kirchentag

03.04.2012 | Hamburg. Experimentelle Künstler sollen sich am Evangelischen Kirchentag 2013 in Hamburg beteiligen. Bis zu vier Monate lang können zehn bis 15 zeitgenössische Künstler in einer norddeutschen Kirchengemeinde leben, um dort ein Bild, eine Skulptur oder eine Performance für den Kirchentag zu schaffen.


Tänzerin Ira Demina bei ihrer Performance

In dem Projekt “Artists in Parish” nutzen die Künstler einen Atelierraum der Gemeinde und erhalten 1.000 Euro. Bei einem weiteren Projekt “Freie Szene” werden etwa zehn experimentelle Künstler mit je 3.000 Euro unterstützt. Eine Jury entscheidet über die Vergabe. Darüber hinaus will der Regisseur Wim Wenders mit Hamburger Kunststudierenden Kurzfilme für den Kirchentag drehen.

Kirchentag und Kultur gehören zusammen
Es handele sich dabei um ein “aufregendes Experiment”, sagte Bischöfin Kirsten Fehrs am 3. April bei der Vorstellung in der Immanuelkirche Veddel. Künstler seien meist Menschen, die wenig Kontakt zur Kirche hätten. “Wir wissen nicht, was am Ende dabei herauskommt.” Die Auseinandersetzung mit der Kunst sei eine Form des Gesprächs, das nicht nur Worte braucht. Nach den Worten von Kirchentagspräsident Gerhard Robbers würden viele Besucher auf dem Kirchentag die Scheu vor moderner Kunst verlieren. Die Tänzerin Ira Demina aus Hamburg stellte ihre Arbeit in einer Performance live vor.

Rund zehn Gemeinden wollen sich bislang an dem Kunstprojekt beteiligen. Als eine der ersten hat sich die Hamburger Veddel angemeldet. Es könnte für die Bewohner eine Anregung sein, wie sie von außen gesehen werden, sagte Gemeindepastor Ulfert Sterz. Vielleicht könnte dies auch den Blick der Bewohner auf den eigenen Stadtteil verändern. Die Veddel zählt zu den ärmsten Stadtteilen Hamburgs.

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Radio. ndrRundfunkbeitrag
http://www.divshare.com/download/17342682-d06

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http://kirche-hamburg.de
Autorinnen
Thomas Morell | Mechthild Klein
Bildrechte © Silke Roß, kirchentag.de

Ira Demina tanzt aus ihrem Project “Different/Same”, im Altarraum die Skulptur “Masters Voice” von Paule Dugonic Payo

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